Die Feuerwehrkapelle ist ein Zug der Feuerwehr Walzbachtal, Abteilung Jöhlingen. Im Gegensatz zu einem selbstständigen Musikverein, ist die Feuerwehrkapelle eine Unterabteilung der freiwilligen Feuerwehr geblieben.

Das breite musikalische Spektrum der Feuerwehrkapelle umfasst die gesamte Pallette der Blasmusik - quer durch alle Epochen und Stilrichtungen. Neben regelmäßigen Auftritten in der Region bei unseren befreundeten Musikvereinen, bildet die Feuerwehrkapelle den musikalischen Rahmen bei kirchlichen sowie kulturellen Anlässen in der Gemeinde.

Höhepunkte unseres Vereinsjahres bilden das Frühjahrskonzert sowie das Speyerer Hof Fest.

Geschichte

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Feuerwehrkapelle wurde eine Festschrift herausgegeben, in der auch eine Chronik über die Blasmusik in Jöhlingen veröffentlicht wurde. Obwohl die beiden Verfasser - Bernhard Herdt und Franz Schuster - z. T. nur spärliche eigene Unterlagen zur Verfügung hatten und daher zumeist auf mündliche Überlieferungen angewiesen waren, ist es ihnen dennoch gelungen die Geschichte der Feuerwehrkapelle sehr umfassend und sehr lebendig festzuhalten. Dieses Werk diente auch als Grundlage für den folgenden Bericht.

 

Gründerzeit

In einem Buch der Deutschen Bundesbahn steht zu lesen, dass im Jahr 1879 beim Eintreffen des ersten Zuges der neu eröffneten Kraichgaubahn in Jöhlingen die Blasmusik aufspielte. Über die Musiker selbst weiß der Chronist leider nichts zu berichten. Wo kamen die Musiker her? Waren es nun ein paar örtliche Musiker, die in einer losen Gemeinschaft musizierten oder wurde zu diesem Anlass eine auswärtige Kapelle engagiert? Mehr als hundert Jahre waren vergangen, als im September 1992 die Stadtbahn eingeweiht wurde. Und da sich Ereignisse in der Geschichte häufig wiederholen, ist es nicht verwunderlich, dass auch diesmal der erste Zug mit zünftiger Blasmusik empfangen wurde. Diese Aufgabe übernahm die Feuerwehrkapelle und niemand ist es dabei wohl in den Sinn gekommen die Frage zu stellen, warum nun gerade die Feuerwehrkapelle bei diesem Anlass spielt. Zu einem richtigen Dorf gehört eben eine Blasmusik. So oder jedenfalls so ähnlich haben vielleicht auch jene jungen Musiker gedacht, die sich im Jahre 1912 zur Gründung einer Blaskapelle zusammenfanden. Vermutlich waren es ehemalige Soldaten, die bereits während ihrer Militärzeit die dazu notwendigen Grundkenntnisse erworben hatten und nun gemeinsam in der Feuerwehr aktiv waren. Die Feuerwehren, die damals aus praktischen Erwägungen die Organisationsstruktur des Militärs übernommen hatten, übernahmen nun auch eine andere Tradition und errichteten Spielmanns- und Musikzüge. Es war somit eine typische Erscheinung jener Zeit, dass die erste offizielle Blaskapelle in Jöhlingen als Feuerwehrkapelle gegründet wurde. Die Tatsache, dass in Jöhlingen auch heute noch Wehr und Kapelle zusammengehören ist dagegen sehr bemerkenswert. Im Landkreis Karlsruhe wurden fast alle dieser “Ehen” in den 60-er und 70-er Jahren geschieden und häufig wurde nur der Name beibehalten. In Jöhlingen haben sich Wehr und Kapelle die Treue gehalten, obwohl nur noch wenige Musiker aktiven Wehrdienst machen. Für die Gründungsmitglieder war der Umgang mit den Löschgeräten eine Selbstverständlichkeit und die musikalische Unterhaltung beim gemütlichen Beisammensein eine von den Kameraden begrüßte Abwechslung. Im Jahr 1913 beschloss man die Kapelle auch bei anderen Gelegenheiten (Beerdigungen etc.) einzusetzen.

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges (1914) endet die Geschichte der Gründerkapelle, da die Musiker zum Wehrdienst eingezogen wurden.

Zwischen den Weltkriegen

Nach Beendigung des Krieges wagten ehemalige und auch neue Musiker im Jahr 1919 einen Neuanfang. Die in den Statuten der Feuerwehr verankerte Regelung, dass die Musiker auch am aktiven Dienst teilzunehmen hätten, führte im Ergebnis dazu, dass viele Musizierende im Dorf nicht der Kapelle beitreten wollten. Um Abhilfe zu schaffen, wurde dann innerhalb der Feuerwehr der Musikverein “Harmonie” gegründet. Dies hatte gleich mehrere positive Auswirkungen, denn nun gab es nicht nur mehr Musiker, sondern auch eine ganze Reihe fördernder Mitglieder. Auch die Zahl der öffentlichen Auftritte nahm jetzt zu, so z.B. die musikalische Begleitung der Fronleichnamsprozession - eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat und im Jahre 1997 sich zum 50. Male jährte. Zu diesem Fest gehört auch der schöne (vielleicht etwas unfromme) Brauch, dass die Kapelle bei der dritten Station im Hof der Familie Kuld verschwindet, um dort etwas Flüssignahrung aufzunehmen... Im Jahr 1921 wählte man zum ersten Mal aus den eigenen Reihen einen Dirigenten. Es war der Trompeter Franz Abele, der dieses Amt bis 1935 ausübte. Im Jahr 1924 feierte die Wehr ihr 50-jähriges Stiftungsfest, bei dem auch die Kapelle mitwirkte. Ein Blick auf das Programm des Festbanketts zeigt, dass man sich schon damals keinesfalls auf das Spielen von Marschmusik beschränkte, sondern z. T. auch klassische Werke (Grieg, Wagner) aufführte. Neben dem Musizieren auf dem Festplatz wurde auch noch ein Ständchen für das noch lebende Gründungsmitglied der Wehr (Leopold Sprißler) gespielt. In den zwanziger und dreißiger Jahren war es dann so geregelt, dass die Feuerwehrkapelle mehr bei den intern stattfindenden Veranstaltungen der Wehr (Winterfeier, Generalversammlung, Übungen) spielte, während der Musikverein “Harmonie” in der Öffentlichkeit auftrat. Nach 1926 gab es als Ergänzung zum Musikzug auch noch einen Spielmannszug. Dieser marschierte bei den offiziellen Anlässen zusammen mit der Kapelle an der Spitze der Wehr. Wie einer Aufzeichnung aus dem Protokollbuch (1928) zu entnehmen ist, klappte dies vorzüglich, denn bei einer Veranstaltung wurde nicht nur der Hinweg vom Gasthaus “Zum Engel” zum Rathaus, sondern auch der lange Rückzug über die Bahnhofswirtschaft, das Gasthaus “Zum Hirsch” und den “Bad. Hof” gemeinsam bewältigt. Da die dortigen Wirtsleute ebenfalls Feuerwehrmänner waren, kam man - in treuer Pflichterfüllung - um einen Besuch nicht herum. Das Protokollbuch bemerkt dazu, dass unter den Klängen der Musik manches Glas geleert und kernige Reden gehalten wurden. Leider wurden letztere nicht aufgezeichnet..... . Trotz der unruhigen politischen Zeiten wurde im Juli 1933 das 60-jährige Bestehen der Feuerwehr und die 20-jährige Gründung der Kapelle gebührend gefeiert.

1934 trat der neue Dirigent Christian Herrmann sein Amt an. Da der arme Kerl in Durlach wohnte, musste er jeden Freitagabend mit dem Fahrrad (!) kommen. In den dreißiger Jahren gab es dann auch Reibereien zwischen Wehr und Kapelle. Als Schlichter engagierte man den Dorfarzt Dr. Lossen. Wahrscheinlich brachte sein Eingreifen den gewünschten Erfolg, den die zuvor diskutierte Trennung wurde in der Folgezeit nicht durchgeführt. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs kam dann die Vereinsarbeit zum Erliegen. Die meisten Musiker mussten nun zum Einsatz an die Front und viele von ihnen kehrten nicht mehr nach Jöhlingen zurück.

Wiederaufbau nach dem Krieg

Anfang Mai 1945 war der Krieg vorbei und es dauerte keine drei Wochen bis die Feuerwehrkapelle ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte. Bereits am 27. Mai 1945 beteiligte man sich an der Fronleichnamsprozession. Die dazu notwendige Probe hatte der erst vierzehn Tage zuvor zurückgekehrte Musiker Bernhard Herdt organisiert. An andere - außerkirchliche - Auftritte war zunächst nicht zu denken. Die geringe Zahl der Musiker, die allgemeinen Verhältnisse und die französische Besatzungsmacht waren zunächst unüberwindbare Hindernisse. Mit der Zahl der Heimkehrer wuchs allmählich auch wieder die Zahl der Musiker und es konnte ein regelmäßiger Probenbetrieb aufgenommen werden. Nach der Genehmigung durch die Militärregierung wurde die offizielle Wiedergründung vorgenommen. Zum Dirigent wurde erneut Franz Abele bestimmt und zum neuen Musikzugführer (Vorstand) wählte man Max Volk. Nach der Währungsreform begann in der Wirtschaft ein spürbarer Aufwärtstrend - und nicht nur dort. Auch mit der Kapelle ging es wieder aufwärts. Es kam eine ganze Reihe unternehmungslustiger junger Männer dazu und innerhalb der Kapelle entstand eine Tanzkapelle mit dem klangvollen Namen “La Valetta”. In den Jahren 1949 bis 1953 war “La Valetta” regelmäßig alle 14 Tage zu hören. An Fastnacht und an Kirchweih teilte sich die Feuerwehrkapelle so geschickt auf, dass außer “La Valetta” noch zwei weitere Gruppen in den verschiedenen Gasthäusern spielte. Für das Publikum bot man dabei einen ganz besonderen Service: gegen den Aufpreis von 1.- DM konnte man in einer Nacht von einer Veranstaltung in die nächste wechseln. Die letzten Gäste wurden oft nach Hause oder auf den Weg zum Bahnhof zur Abfahrt des Zuges begleitet und sogar einem Feuerwehrmann, der nachts um zwei Uhr Holz sägen "musste” erfüllte man den Wunsch nach musikalischer Begleitung. Die Nachbarschaft soll übrigens regen Anteil daran genommen haben.... . 1953 wurde “La Valetta” von der Tanzkapelle “Marino” abgelöst und im selben Jahr konnte wieder ein großes Jubiläum gefeiert werden. Im Juni wurde das 40-jährige Bestehen der Kapelle zusammen mit dem 80. Gründungstag der Wehr gefeiert. Für den Festumzug hatte man in der Bahnhofstraße einen Triumpfbogen gebaut, auf dem weißgekleidete Mädchen saßen und Blumen warfen - sicher ein reizender Anblick! Ein Jahr später (1954) beteiligte man sich an einem Musikerwettbewerb in Nordweil bei Freiburg. Diese Veranstaltung hatte der damalige 1. Vorstand Willi Kopfmann organisiert, der aus diesem Ort stammte und sich auf einen Besuch in der Heimat besonders freute. Die Gastfreundschaft und der Aufenthalt müssen sehr überwältigend gewesen sein, denn noch Jahre später wurde begeistert davon erzählt.

Mitte der fünfziger Jahre boomte die Schallplattenindustrie mit moderner Tanzmusik und einige Musiker der Feuerwehrkapelle, die dem neuen Trend folgten, gründeten eine Tanzkapelle mit dem Namen “Bambina”. Mit wechselnder Besetzung, aber konstant guter Qualität schafften es die Bambina-Musiker über mehrere Jahrzehnte hinweg die Jahnhalle bei den Faschings- und Tanzveranstaltungen bis auf den letzten Platz zu füllen. Im Mai 1955 führte die Feuerwehrkapelle das 1. Jöhlinger Volksmusikfest durch. Für die “Bambina” war dies der erste große Auftritt und eine weitere Premiere war die Aufführung des “Großen Zapfenstreich” zusammen mit dem Spielmannszug der Wehr. Wenige Wochen später wurde erstmals ein Wertungsspiel durch den neu gegründeten Blasmusikverband durchgeführt. Unter den 53 teilnehmenden Vereinen erzielte man das beste Ergebnis mit der Note “vorzüglich”.

Die Ära Bernhard Herdt

Bedingt durch den Tod des Dirigenten Franz Abele im Jahr 1957 musste ein neuer musikalischer Leiter bestimmt werden. Mit Bernhard Herdt wählte man wieder einen Dirigenten aus den eigenen Reihen. Da er bisher in der Jugendausbildung sehr erfolgreich tätig war, traute man ihm auch die Leitung der ganzen Kapelle zu. Dies war eine weise Entscheidung, denn Bernhard Herdt sollte dieses Amt 25 Jahre ausüben, bis er im Jahr 1982 den Taktstock aus gesundheitlichen Gründen abgeben mußte. In dieser Zeit hat Bernhard Herdt die Kapelle nicht nur als Dirigent geprägt. Durch seine starke Persönlichkeit wurde er immer mehr zum Vorbild für die jüngere Generation. 1982 bekam er für sein Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht - eine selten verliehene Auszeichnung für einen außergewöhnlichen Menschen. Auch nach seiner “Pensionierung” vom Dirigentenamt bildete er noch junge Musiker aus und bei seinem Tod im Jahr 1993 trauerten zusammen mit seiner Familie zahlreiche Musikergenerationen, die einen lieben Menschen verloren hatten. In einer Kurzzusammenfassung sollen nachfolgend die wichtigsten Ereignisse seiner Amtszeit noch einmal erwähnt werden:

Bereits 1957 erreichte man bei einem Wertungsspiel in der Kategorie “Oberstufe” einen 1. Preis mit 111 von 115 möglichen Punkten und ähnliches gelang 1960 beim 2. Verbandsmusikfest. Dank einer intensiven Jugendarbeit konnte 1960 eine Jugendkapelle gegründet werden. 1963 wurde dann das 50-jährige Bestehen der Kapelle groß gefeiert. Vier Jahre später (1967) begeisterte eine innerhalb der Kapelle gegründete Stimmungskapelle beim ersten Jöhlinger Weinfest. Die Weinfeste, die in Anspielung auf den Besitzer der Wiese auch Lord-Feste genannt wurden, fanden bis Ende der siebziger Jahre regelmäßig statt und die Stimmungskapelle brachte dabei so manches Festzelt zum Wanken. 1969 starb der langjährige 1. Vorstand Bernhard Schwarzwälder. Sein Nachfolger wurde der Trompeter Norbert Buchholz, der dieses Amt in vorbildlicher Weise 15 Jahre ausübte. Die Wehr feierte 1973 ihr 100-jähriges Bestehen und die Feuerwehrkapelle wirkte maßgebend beim Festprogramm mit. Im gleichen Jahr nahm man nach mehrjähriger Pause auch wieder an einem Wertungsspiel teil und erreichte mit 39 Musikern in der Oberstufe das Prädikat “1. Preis mit hervorragendem Erfolg”. Im Jahr 1975 wurde eine neue Jugendkapelle gegründet, die bis zum Jahr 1982 bestand und von Bernhard Volk und Norbert Buchholz geleitet wurde. Mit der Teilnahme am Wertungsspiel in Mörsch endete im Sommer 1982 die erfolgreiche Zeit des unvergessenen Bernhard Herdt.

Entwicklung zum modernen Blasorchester

Die Lücke, die Bernhard Herdt bei seinem Ausscheiden hinterließ, schien zunächst unüberbrückbar zu sein. Bernhard Herdt war nicht nur der musikalische Leiter gewesen, sondern war auch immer als Schlichter und Vermittler in kritischen Situationen tätig. Der Weitsicht seiner Person und der damaligen Verwaltung ist es zu verdanken, dass als Nachfolger ein junger dynamischer Dirigent aus Berghausen verpflichtet werden konnte. Werner Jock bewies in den folgenden Jahren, dass er nicht nur musikalische, sondern auch außerordentliche menschliche Führungsqualitäten besitzt. In den ersten fünf Jahren seiner Tätigkeit blieb die Kapelle nahezu unverändert zusammen, so dass die Arbeit von Bernhard Herdt ohne Einbruch der musikalischen Leistungsfähigkeit fortgesetzt werden konnte. Nach dem 75-jährigen Jubiläum der Kapelle im Jahr 1987 war es eine der Hauptaufgaben von Werner Jock die Kapelle umzugestalten. Unterstützt wurde er dabei von dem im Jahr 1985 zum Vorstand gewählten Musiker Thomas Kuhn. Dank der intensiven Jugend- und Verwaltungsarbeit kamen immer mehr musikbegeisterte junge Menschen, die nach und nach in die Kapelle integriert werden mußten. Die Aufnahme der jungen Musiker setzte auch noch andere Entwicklungen in Bewegung: das Orchester wurde größer, neue Instrumente kamen hinzu (Piccoloflöte, Oboe, Fagott, Baßklarinette, Stabspiele, ein komplettes Saxophonregister etc.) und auch die Qualität der musikalischen Leistungen steigerte sich. Durch diese Ausweitung der vorhandenen Möglichkeiten, konnte nun auch sehr moderne Musik gespielt werden. Außerdem konnten jetzt auch häufiger Werke für symphonisches Blasorchester aufgeführt werden. Trotzdem durften dabei die traditionellen Aufgaben einer Feuerwehrkapelle nicht aus den Augen verloren werden. Marschmusik, Zapfenstreiche, die kirchlichen Feste, Gartenfeste, Ständchen, Beerdigungen - und noch viele andere Anlässe gibt es, bei denen die Kapelle gefordert ist. Die Entwicklung zu einem modernen, traditionsbewussten Blasorchester war kein leichter Weg. In den zahlreichen Diskussionen - oft zu nächtlicher Stunde - traten oft sehr unterschiedliche Meinungen auf. Die Entscheidung, dass künftig auch Mädchen eine Instrumentalausbildung machen können, traf man nach langen Gesprächsrunden erst im Jahr 1985 (!). In den Jahren seit 1982 gab es eine Reihe von Veranstaltungen, die besonders zu erwähnen sind. Das 110-jährige Jubiläum der Wehr (1983) und das bereits genannte 75-jährige Jubiläum der Kapelle waren herausragende Großveranstaltungen. 1984 zogen Wehr und Kapelle gemeinsam in das neu erbaute Feuerwehrgerätehaus ein. Zuvor hatten wir viele Jahre hinweg im Saal des Gasthauses “Zum Lamm” mietfrei proben dürfen. Im Jahr 1984 begann auch eine neue Tradition: unsere “Speyerer-Hof-Feste”. Die Musikfeste, die fast jedes Jahr in der mittelalterlichen fränkischen Hofanlage stattfinden, sind bei Musikern und Besuchern gleichermaßen beliebt. In der Regel sind es befreundete Blaskapellen aus der näheren Umgebung sowie die örtlichen Kulturvereine, die dort für Stimmung sorgen. Zweimal konnten wir aber auch schon Gastkapellen aus dem Ausland präsentieren: einmal kam die Musikkapelle aus Schlanders (Südtirol) und 1993 besuchten uns unsere Musikfreunde aus dem belgischen Tessenderlo. Ein Jahr später (1994) fuhren wir dann nach Belgien. Die Höhepunkte dieser Fahrt waren die Konzerte in Tessenderlo und der Besuch des Freilichtmuseums in Bokriek. Die meisten Auftritte finden regelmäßig in der näheren Umgebung oder eben in Jöhlingen statt. Insbesondere mit den örtlichen Vereinen wird bei den Festen und Veranstaltungen eine angenehme Zusammenarbeit gepflegt. Der Höhepunkt unseres Musikjahres ist das Frühjahrskonzert, das traditionsgemäß immer am Samstag vor dem Palmsonntag stattfindet.

1998 feierten Feuerwehr und Feuerwehrkapelle gemeinsam Ihre Jubiläen (125 und 85 Jahre). Diese Großereignis wurde standesgemäß im Festzelt auf dem TSV-Gelände ausgetragen. Der Höhepunkt dieses Jubiläums war sicherlich der große Festumzug am Veranstaltungssonntag.

Open-Air-Konzert

Am 18. Juni 2005 stand dann ein Mega-Ereignis vor der Tür: Das erste Open-Air-Konzert der Feuerwehrkapelle im Steinbruch des Lafarge-Zementwerks im Nachbarort Wössingen. Hierzu war eine Planung notwendig, die ca. eineinhalb Jahre vor der eigentlichen Veranstaltung begann. Mehr als 2000 (!) Gäste konnte die FWK dann bei herrlichem Sommerwetter zu diesem Event begrüßen, bei dem alle drei Orchester ihr Können zeigten. Zum Finale spielten alle Musiker (mehr als 100) drei Stücke mit abschließendem Brillant-Feuerwerk. Besucher und Musiker waren anschließend der gleichen Meinung: „So etwas gab es in Walzbachtal noch nie!“...